Besuch der Ausstellung Kaiser Karl IV. im Germanischen Nationalmuseum

Geschrieben von Frau Birnmeyer am . Veröffentlicht in Klassenprojekte

karl3Heute haben wir die große Landesausstellung zu Kaiser Karl IV. im Germanischen Nationalmuseum besucht. Kaiser Karl IV. war der Kaiser, der im Mittelalter beschloss, dass alle künftigen Kaiser ihre erste große Versammlung, ihren Reichstag auf der Nürnberger Burg abhalten sollten. Dies ist der Grund, warum unsere Burg "Kaiserburg" heißt. Die Museumspädagogin Steffi Leisenheimer zeigte uns viele tolle Ausstellungsstücke, die 700 Jahre alt sind und erzählte uns spannende Geschichten dazu.

 

 

Das merkwürdigste Ausstellungsstück ist eine tote Ratte, die man in einem Schaukasten bestaunen kann. Sie steht für die Pest, durch die im Mittelalter ca. ein Viertel der Bevölkerung sterben musste.

Kaiser Karl war ein geschickter Politiker, der nicht wie sein Vater als Ritter in den Kampf zog, sondern mit anderen Regierenden verhandelte. Er war viermal verheiratet, weil ihm immer wieder die Frauen starben. Bei jeder Heirat suchte er sich eine Frau aus einem anderen Land aus, so wurde sein Reich immer größer und größer.
Er war aber auch ein bisschen ein Spinner und sammelte viele merkwürdige Dinge: angebliche Teile vom Lendentuch Jesus in Bilderrahmen, angebliche Holzsplitter vom Kreuz Jesus in einer Schatztruhe.... Kritische Historiker glauben heute nicht mehr an die Echtheit dieser Gegenstände. Kaiser Karl sammelte aber auch Bilder, die für damalige Verhältnisse sehr modern waren, deren Malerei sich auf Teilen des Rahmens fortsetzte.
Was kaum jemand so wirklich weiß ist, dass er nicht besonders hübsch war. Als junger Mann hatte er einen schweren Reitunfall und musste ein Jahr im Bett liegen bleiben. Seitdem war sein Rücken krumm und über seinen Narben im Gesicht ließ er sich einen Bart wachsen.
Auch wenn Kaiser Karl viele interessante Ideen hatte....eine Idee war ziemlich doof: Schon immer suchten die Menschen für alles Mögliche einen Schuldigen, einen Sündenbock. Damals im Mittelalter glaubten manche Leute, dass die Juden Schuld an der Verbreitung der tödlichen Pestepidemie hätten. Dabei hätte doch eigentlich klar sein müssen, dass es die furchtbaren hygienischen Zustände in den mittelalterlichen Städten waren! Jedenfalls schloss sich Kaiser Karl der judenfeindlichen Stimmung an und ließ es zu, dass auch in Nürnberg viele Juden aus ihrem Viertel (das damals um den Hauptmarkt herum lag) vertrieben wurden. Übrigens: dort, wo jetzt die Frauenkirche steht, stand früher mal eine Synagoge.
Kaiser Karl lebte von 1316 bis 1378.

Klasse 6bg

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